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Musikalische Jahreskreise
Mit "8 Jahreszeiten" - je vier von Vivaldi und Piazzolla - ging am vergangenen Freitag die Reihe der Bad Dürrnberger Konzerte 2005 zu Ende. Von Michael Stadler Die Gegenüberstellung von Antonio Vivaldis Komposition "Die Vier Jahreszeiten" und Astor Piazzollas "Die Vier Jahreszeiten in Buenos Aires" erfreut sich derzeit in den Konzertsälen großer Beliebtheit und taucht bei diversen Musikfestivals auf. Vor zwei, drei Jahren waren die "Salzburg Chamber Soloists" mit diesem Programm unterwegs und haben es unter Lavard Skou-Larsen auf CD veröffentlicht. Auch die Dirigentin Elisabeth Fuchs hat sich der "8 Jahreszeiten" angenommen und gastierte damit am vergangenen Freitag mit dem Kammerorchester der Jungen Philharmonie Salzburg bei den Bad Dürrnberger Konzerten. Vivaldis musikalischer Streifzug durch das Jahr zählt zu den "Greatest Hits" der so genannten E-Musik: facettenreiche Instrumentation, effektvolle Melodien und vitale Rhythmik. Die Salzburger Dirigentin wollte sich nicht mit einer schablonenhaften Wiedergabe des viel gespielten Werks zufrieden geben, sondern versuchte, die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf so manches Detail am Rande zu richten. Fuchs und ihre Musiker ließen dabei mit einigen spannenden Momenten aufhorchen. Christine Maria Höller (Violine) wirkte als Solistin souverän. Nach der Pause waren alle mehr gefordert: Orchester, Solistin, Dirigentin und auch das Publikum. Astor Piazzolla, der Meister des "Tango Nuevo", legte seine zwischen 1965 und 1970 entstandene Komposition "Las Cuatro Estanciones Portenas" vielschichtiger an. Seine "Jahreszeiten" weisen Ecken und Kanten, klare Konturen sowie Brüche auf und wirken dennoch irgendwie verspielt. Vivaldi-Zitate tauchen zwar auf, doch einen höheren Stellenwert genießt der Tango, den Piazzolla im Wechsel der Jahreszeiten zu beleuchten versuchte. Elisabeth Fuchs und dem Kammerorchester der Jungen Philharmonie gelang es, die Tiefen des Werks auszuloten und die Leidenschaft bzw. das Lebensgefühl, das Piazzolla formuliert hat, zu vermitteln. Christine Maria Höller unterstrich als Solistin einmal mehr ihre musikalische Vielseitigkeit, ihr technisches Können und ihre musikalische Reife. Das Publikum zeigte sich in der bis auf den letzten Platz gefüllten Marienkirche vom Abschlusskonzert der Bad Dürrnberger Konzerte, die heuer im Zeichen ihres 25-Jahre-Jubiläums standen, begeistert. Als Zugabe wurden Ohrwürmer aus Bizets "Carmen" erklatscht.
Quelle: SW
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